• Mein Vater und ich liebten das Radfahren und das Schwimmen. Meist verbanden wir beides. Hörpler See, Schwindebecker Seen, Froschteich - egal. Hauptsache nass!


    An einem heißen Oster- oder Pfingstmontag machten wir mit oder ohne Bad eine größere Radtour quer durch das Naturschutzgebiet. Es waren die 80ger Jahre, ich lebte also in Lüneburg und verbrachte meine Freizeit mit Papi. Wie er so war: braungebrannt und sonnenhungrig fuhren wir selbst an einem solchen hohen Feiertag nicht in entsprechender Kleidung, sondern in Badehose, bzw. Badeanzug. Irgendwann sausten wir so vom Wilseder Berg runter nach Undeloh. Es ging auf den Nachmittag zu, wir wollten ins Teehaus. Je mehr wir uns dem Touristik - Ort näherten, desto mehr Wochenendausflügler stürmten uns mit weißem Oberhemd, schwarzem Anzug und Schlipps schwitzend entgegen. Busse hatten sich entladen, die Menschheit erstürmte die Heide. Angesichts solcher Zwänge mussten wir lachen und winkten vergnügt den Menschenschlangen zu. Irgenwie fühlten wir uns zwar als "Lausbuben" aber eben auch viel freier als diese wohlgekleideten, schwitzenden Herren und Damen! :kreisch: :yippie: :lach:

  • Ich habe die Ausflüge mit meinem Opi auch sehr genossen. Wir waren viel im Freien. Und immer im Sommer. Bis 1989 war Opi jeden Sommer bei uns... und 1990 und 1991 waren wir ja bei ihm auf dem Immenhof. Dabei waren wir auch viel Baden. Selten im Schwimmbad, sondern in unterschiedlichen Seen. War ja auch viel interessanter. Auch am Hörpeler See hat es mir gut gefallen. Ich erinnere mich besonders gut an die kurzen Lederhosen, die Opi besonders gut standen.
    Bei einer Fahrradtour mit Opi und durch die Heide erschrak ich über die Panzerspuren im Sand. Wir kollidierten aber mit keinem. Außerdem waren die Rädern aus Gummis Fahrradwerkstatt sehr stabil. ;)




    Christiane

  • Hallo Christiane,


    das Soltau-Lüneburg-Abkommen endete kurz nach der Wende. Dies regelte relativ einfach: die Panzer der Siegermächte haben volle Bewegungsfreiheit, 12 Monate im Jahr, überall, mit ganz wenigen Ausnahmen. Kommen dabei private Flächen zu Schaden, zahlt die Bundesregierung den Schaden. Also, private Fläche wie Vorgärten waren durchaus vor einem Panzerbesuch nicht sicher. Der Immenhof gehörte zu den wenigen Flächen, die die Panzer nicht befahren durften. Nicht wenige Vorgärten und vor allem Äcker wurden mit Hilfe von Panzerbesuchen (die konnte man ja auch mit 1 oder 2 Kisten Bier "bestellen") mit Bundesmitteln kostengünstig "renoviert".


    Dass du 1990/91 keine Panzer gesehen hast, lag ausschließlich daran, dass du in der Sommerferienzeit den Immenhof besucht hast und die "Alliierten" 1988 oder 1989 eine freiwillige Sommerpause ausgerufen haben. Das hieß, im Juli und August waren rund 5 Wochen lang keine Panzer auf Übung. Die restlichen Monaten waren IMMER Panzer im Gelände, meist zwischen Schneverdingen und Bispingen sowie rund um Munster. Kann mich noch gut an die erste dieser Sommerpausen erinnern, als meine Eltern mich in Münster anriefen und sagten, sie können nicht schlafen, weil es still ist. Erst da haben viele Einheimsiche bemerkt, dass wir uns an die ständigen Panzerfahrgeräusche im Hintergrund so gewöhnt hatten. Krass.


    Das Soltau-Lüneburg-Abkommen gibt es mittlerweile nicht mehr, war aber im ersten Irak-Krieg anfangs der Neunziger ein sehr wichtiges Instrument. In den sandigen Flächen der Lüneburger Heide konnten die britischen Panzer gut auf die Wüstenbedingungen des Iraks eingestellt werden.

  • Hallo Stefan,



    ... whow, sehr interessant.
    Hätte gar nicht gedacht, dass man sich an Panzerfahrgeräusche so gewöhnen kann.
    Was für ein Glück, dass die Panzer nicht auf den Immenhof durften. Aber jetzt... da wäre es doch eine coole Sache, wenn man das ganze Imenhofgelände mit 2 Kisten Bier renovieren könnte. Oder auch mit 3 Kisten... ;)



    Viele Grüße,
    Christiane

  • Dieses Thema enthält 11 weitere Beiträge, die nur für registrierte Benutzer sichtbar sind, bitte melde dich an um diese lesen zu können.